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...und wenn das Ende ausbleibt?
Bei all den fehlgeschlagenen Prophezeiungen und
Irrtümern schaffen sie es doch ihre Anhänger nicht zu verlieren. Dies
geschieht mit Hilfe verschiedener Strategien: „Der Herr gibt Daten, um
sein Volk zu ermutigen“. Oder: „Die Leute haben in ihrem
Übereifer zu viel in die nur vermuteten Daten hineingelesen.“ Oder
auch durch die Unsichtbarerklärung: „Im Jahr 1914 hat Christus
tatsächlich wie prophezeit seine Herrschaft angetreten - aber eben
unsichtbar!“ Eine weitere Erklärung ist die Lehre vom „hellerem
Licht“, wonach Jehova seinem „treuen und verständigen
Sklaven“ nicht die ganze Offenbarung auf einmal, sondern in immer wieder
helleren und klareren Umrissen zeigt. Wenn ein Ereignis nicht wie vorhergesehen
stattgefunden hat, war das Licht nicht hell genug.
Eine Zwei-Klassen-Geselltschaft
Die Verkündung eines nahe bevorstehenden Endes dieser
Welt machte einen großen Teil des Erfolgs der Zeugen Jehovas aus. Sie
lehnen zwar offiziell die Lehre von einer Hölle ab, gehen aber doch von
einer zweiteiligen Errettung durch Christus aus. So baut man auf eine
„himmlische Hoffnung für die kleine Herde“ von exakt 144.000
Menschen, die als „Gesalbte“ oder als „Brautklasse“
bezeichnet werden. Diese Zahl 144.000 wurde dem neutestamentlichem Buch
Offenbarung (Kap. 7) entnommen.
Neue Anhänger
Als Medien der Verkündung stehen der Organisation in
erster Linie ihre Anhänger zur Verfügung, die in genau registrierten
wöchentlichen Zeiteinsätzen ihrer Missionstätigkeit auf der
Straße und von Haustür zu Haustür nachkommen. Über die
geleistete Zeugenarbeit wird genau Buch geführt. Die Vereinigung führt
Statistiken über die weltweite Stundenanzahl der geleisteten Zeugendienste.
Für diesen Dienst werden die Zeugen geschult. Unter anderem durch ein
Handbuch, das in ausgeklügelter Art und Weise mögliche Einwände
gegen ein Gespräch mit den Zeugen Jehovas aufführt und so für
fast jede denkbare Situation neue Anknüpfungspunkte mit dem
Gespächsunwilligen vorschlägt. So sollen beispielsweise Zeugen, die
auf jüdisch Gläubige treffen, die Fragen nach dem Leiden in der Welt,
insbesondere des Holocausts in Zweiten Weltkrieg aufwerfen, um damit ein Ende
des Gesprächs bei ihrem Gegenüber zu verhindern.
Die Zeugen werden bei ihrem Missionsdienst selten ohne ihre
Zeitschrift „Der Wachtturm“ angetroffen, sie gilt als weltweites, in
über 120 Sprachen übersetztes Sprachrohr der
Organisation.
Die eigene Weltordnung
Nach dem Glauben der Zeugen steht die gegenwärtige
Weltordnung unter der Herrschaft Satans. Deswegen gehen sie allem was mit
Politik zu tun hat aus dem Weg. Mitgliedschaft in politischen Ämtern,
Parteien, Gewerkschaften und ähnlichem ist tabu. Auch die Teilnahme an
Politischen Wahlen und Abstimmungen kommt nicht in Frage. Jeder
Militärdienst wird strickt abgelehnt. Erst seit 1996 können sich die
Zeugen Jehovas einen zivilen Ersatzdienst vorstellen.
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